Hoher Philistersenior,
liebe Kartellbrüder der Gral!
Ein wahrhaft erhabener Anlass, der Euch heute zusammenführen wird. Ein Jahrhundert, das ist mehr als ein normales Menschenleben, das ist schon eine Geschichtsepoche. Diese gestaltet und gegen alle Stürme durchlebt zu haben, das ist schon ein Grund zur stolzen Rückschau.
Dass wir uns manchmal mehr „Personal“ wünschen, das ist nicht allein ein gral’sches Problem. Das Wechselverhältnis von Geschichtsverwurzelung und Zukunftsorientierung macht es uns Korporationen ja nicht immer leicht – vor allem in einer von äußerem Überschwang überreizten Welt. In solchen Situationen bedarf es des harten Kerns, des Zusammenwirkens der Unentwegten, also genau jenes Vorgangs, der auch zur Planung und Durchführung dieses Jubelstiftungsfestes geführt hat.
Brüderliches Verständnis und Bestehen liegt ja nicht darin, dass man einmal zusammen war, sondern daran, dass man es auch geblieben ist, das ist der Gradmesser. In diesem Sinne: Ein Schmollis den Beharrlichen!
Euch allen, die Ihr Euch heute 86.06.2026 - 16:00 Uhr) um die Kommerstafelversammelt, wünsche ich ein erbauliches Fest, aus dem die Lust für weiteres Planen und Gestalten wächst. Wenn ich auch heute nicht leibhaftig mit Euch feiern kann, so lässt diese Abwesenheit keinen Zweifel an meiner Anteilnahme. Denn auch der „Hochachtungsschluck“ aus der Ferne beinhaltet ein Quäntchen von Energie.
Die vielfältigen Formeln der studentischen Phraseologie vom „Vivat, crescat ...“ bis zum „ad multos annos“ mögen auf Euch nutzbringende Anwendung finden.
Das wünscht sich und Euch von ganzem Herzen
Euer Giselher, Borussiae
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